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Enttäuschung,Entsetzen...in was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich?

Heute ist nicht mein Tag...Bevor ich nachher nicht schlafen kann,hab ich mich entschlossen meinem Ärger & einer gewissen Enttäuschung Luft zu machen.Stellt euch folgende Situation vor :ein Kind mit Down-Syndrom,ca.7 Jahre alt,allein beim Discounter und geistig auf der Ebene eines Kleinkinds.Es läuft durch den Laden,sucht fröhlich ein paar Leckereien zusammen.Ich kenne dieses Kind.Es geht mit meiner Tochter zur Schule.Natürlich,ich bin erstaunt:''Was tut dieses Kind hier so ganz allein...Wo steckt die Mutter,oder eine andere Aufsichtsperson''?Nun gut...irgendwo wird schon jemand sein.Welch ein Trugschluss.Kaum bin ich mit meinem Anhang aus dem Laden raus,trabt das Kind mit prall gefüllter Einkaufstüte hinterher.''Was tut es da''? geht mir durch den Kopf,als auch schon die Kassiererin angestürmt kommt.''Ist das ihr Kind''?Ich verneine und erkläre der Dame,daß das Kind nicht weiß,was es tut und ich versuchen werde,die Mutter zu erreichen.Die Kassiererin nimmt das sich sträubende Kind wieder mit in den Laden,während ich meine Begleitung um sein Handy bitte.Irgendwen werd ich schon ausfindig machen...Dann geht plötzlich eine Dame an mir vorbei und meckert :''tolle Eltern sind sie.schicken das Kind zum Klauen los''.Ich glaub ich hab geguckt wie ein Lama.Wie kann man,ohne Hintergründe zu kennen,sowas behaupten?Wie diskriminierend und entwürdigend ist diese Aussage?Beinahe wäre ich an die Decke gegangen,denn mit Ungerechtigkeit komme ich nur bedingt zurecht.Ziemlich beherrscht fragte ich dann nur:''Bitte?Aber die Dame war schon vor sich hinbrabbelnd verschwunden.Weiter telefoniert,letztendlich in der Schule angerufen,die Direktorin war sehr verständnisvoll und bat mich,wieder in den Laden zu gehen,um dort ihre Nummer anzugeben.Sie hätte dann sicher mit dem Verantwortlichen im Markt die Sachlage geklärt.So die Idee...Auf dem Weg in den Laden kam mir dann ein junges Mädchen entgegen:''Hallo,ihr Kind sitzt da drinnen und hat geklaut''.Ich denke nur:''Na bravo''.Und laut:''das ist nicht MEIN Kind und ich versuche nur zu helfen''.Der nette Marktleiter war mit einem Anruf in der Schule nicht ganz einverstanden und rief kurzerhand die Polizei.Okay,das war vielleicht nicht ganz verkehrt,denn immerhin war das Kind allein und es hätte wer weiß was passieren können.Zumal das scheinbar nicht der erste Vorfall dieser Art war,aber das konnte ich nicht wissen und schon gar nicht konnte ich mich mit dem Gedanken anfreunden,daß die Mutter das Kind absichtlich zum Stehlen dorthin schickt.Egal,ich rief nochmal in der Schule an. Inzwischen hatte die weit denkende Direktorin schon eine Lehrerin losgeschickt,um zu intervenieren.Immerhin.Ich blieb noch,bis die Dame mit einer Kollegin eintraf und kurz darauf die in Tränen aufgelöste und verstörte Mutter.Was für ein Drama.Die Frau war heillos überfordert.Das Kind war einfach weggelaufen.Kinder mit Down-Syndrom haben in der Tat einen verstärkten Drang dazu,sind impulsiv und tun Dinge,die für andere nicht nachvollziehbar sind.Selbst die beste und wachsamste Mutter kann sowas nicht immer verhindern.Man sollte Achtung und Respekt vor Eltern haben,die den Alltag mit Kind mit Behinderung meistern müssen.Nicht dieses Unverständnis,falsche Verdächtigungen,Vorurteile.Natürlich hätte sowas nicht passieren dürfen.Diesem Kind,der Familie muss geholfen werden.Ich denke und hoffe,daß nun der Sozialdienst bzw. das Jugendamt in dieser Sache tätig wird.Nicht negativ betrachtet,sondern unterstützend für die Familie.Ich fühlte mich etwas ohnmächtig und habe zuhause Rotz und Wasser geheult.Warum denken manche Menschen so wenig nach und nehmen nur das Schlimmste und Böseste an?Wie reagiert man?Ich hatte das Gefühl alles falsch gemacht zu haben.Das kommt selten vor.Vielleicht bringt es mich deshalb so durcheinander...
Wie hättet ihr gehandelt?
Eure Yaz

Kommentare

  1. Ich hätte es nicht anders als du gemacht ! Und du hast absolut richtig gehandelt ! Viele wären einfach gegangen, auch wenn Sie das Kind gekannt hätten. Es hätte Sie schlicht und einfach nicht interessiert,, weil es nicht ihr Kind ist. Ich weiß es klingt hart, aber leider hat sich unsere Gesellschaft so negativ entwickelt das es heute nur noch Alltag ist =(

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  2. Da kommen mir fast die Tränen.
    Ich finde du hast richtig gehandelt.
    Viele wären einfach gegangen "geht mich ja nichts an".

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  3. @tavie & beauty and a beat: danke für euren zuspruch.ich hätte schreien können.wie ignorant und kaltherzig manch einer sein kann.

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  4. Ich finde du hast völlig richtig gehandelt! Ich war vor Jahren in einer ähnlichen Situation. Ich war damals erst 14, und vor mir ist ein behinderter Mann zusammengebrochen und leider in einem Hundehaufen gelandet. Anstatt zu helfen liefen einfach alle Leute vorbei, lachten und machten noch dumme Kommentare. Ich mit meinen 14 Jahren war die Einzige die geholfen hat. Ich wollte den Mann erst einmal in einem Restaurant zur Toilette bringen um ihn zu waschen, aber da bekam ich nur gesagt, "Um soetwas kümmern wir uns nicht", und wurde aufgefordert den Laden zu verlassen. Danach fing ich erstmal an zu weinen und rief die Polizei. Die kümmerte sich dann um den Mann, der, wie ich erfuhr, aus seinem Wohnheim verschwunden war, und gesucht wurde.
    Heute frage ich mich immer wieder, wie unsere Gesellschaft so werden konnte...

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    1. Sehr berührend,deine Geschichte,liebes Fräulein Namenlos.Wer wegschaut macht sich schuldig.Gleichgültigkeit oder gar Hass auf Benachteiligte ist erschreckend häufig geworden.Grausam :(

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