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Ich bin DICK...

...und das ist auch gut so.
My Ass!!!
Nichts ist daran gut.In den letzten Tagen mache ich mir sehr oft Gedanken zum Thema Übergewicht.Gibt es doch so viele Gründe,etwas daran zu ändern.Ich kann mich kaum an eine Zeit erinnern,in der ich nicht dick war.Schon in den frühen Kindheitsjahren bekam das Kind was Leckeres,wenn es abgelenkt oder getröstet werden sollte.Beim Essen mit den Großeltern hieß es: ''Mach das Tellerchen leer,sonst gibt's sieben Tage Regenwetter''.Zuhause gab es zu oft das,was allgemein als ungesundes Essen bekannt ist:Pasta,Pizza,Fertiggerichte...alles runtergespült mit zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken.Im Alter von 5 Jahren wurde mir erstmals bewusst,daß ich anders bin.Im Kindergarten wurde geklettert und ich konnte den aufgebauten Turm nicht erklimmen.Zu steif,unbeweglich,moppelig.Um mich herum lachende und spottende Kinder.In meinem Gesicht Tränen.Auch das erste Grundschuljahr war ähnlich:alle guckten und lachten beim Turnen und auf dem Pausenhof.Der Kummer bremste die Lernbegeisterung,Freundschaften zu Gleichaltrigen gab es nur sehr wenige.Ich war das Kind,das immer zwischen den Erwachsenen rumlungerte.Ab der dritten Klasse ging es bergauf.Ich fand Freude am Schwimmen & Rollschuhlaufen,streifte mit den Jungs und Mädels aus der Nachbarschaft durch die Wälder und kam so viel seltener zum exzessiven Essen.Der ''Babyspeck'' verschwand für eine Weile von der Bildfläche.Bis zur fünften Klasse.Das Umfeld veränderte sich & die Pubertät klopfte hartnäckig an der Tür.Zuhause trennten sich zum wiederholten Mal die Eltern,in der Schule war mir alles fremd.Mein Zimmer wurde zum liebsten Ort.Mit Büchern,Musik und lauter Leckereien war ich bestens bedient.Chips & Cola waren meine besten Freunde und machten mich zu Schwabbelrambo.Das dicke Mädchen,das sich besser mit Jungs versteht und sich für Schminken und Mode so gar nicht interessiert.Warum auch?Mit Größe 44 im Alter von zwölf Jahren ist da eh nichts mehr zu reißen.Schulsport wurde kontinuierlich geschwänzt und auch tagsüber fand ich es spannender mit den Jungs Keyboard zu spielen und zu lesen.Bis dann die ersten schwärmerischen Gefühle für einen Klassenkameraden auftauchten.Ich erinnere mich noch heute an den Liebesbrief,den ich ihm damals schrieb.Und an die niederschmetternde Antwort:'' ich mag dich,aber du bist zu dick''.Vor allen Leuten,die sich danach noch wochenlang darüber lustig machten.BRAVO!!!
Ich brauchte sehr lange,um diese Enttäuschung zu verarbeiten.Überraschenderweise hatte ich aber später keine Probleme einen Freund zu finden,oder offen auf Jungs zuzugehen.Es hat nie an interessierten jungen Männern gemangelt.Klar,ich war dick,aber andere wiederum fanden mich hübsch.''Du hast ein schönes Gesicht,tolle Augen,ein liebes Lächeln''.Gut,damit konnte ich leben.Ich habe noch nie bewusst eine Diät gemacht,noch heute halte ich sowas für völligen Blödsinn.Wenn schon abnehmen,dann durch eine konsequente Ernährungsumstellung und viel Bewegung.Eine zeitlang habe ich 40 Kilo mehr gewogen als jetzt.Ich habe erst während meiner Schwangerschaften abgenommen.Das hört sich kurios an,aber ich hing permanent über der Kloschüssel.Nach der ersten Schwangerschaft hatte ich 14 Kilo weniger und fand Freude daran.Ich war immer in Bewegung und achtete mehr darauf,was auf den Tisch kommt.Auch die zweite Schwangerschaft machte mich fertig.Dank dauerhafter Kotzeritis hatte ich am Ende nochmal 12 Kilo abgenommen.Sagenhaft,auch wenn das sicher nicht der beste Weg war.Aber ich hab es ja nicht absichtlich gemacht,mir war einfach immer schlecht und allein der Gedanke ans Essen war ein Graus.Als ich dann meine zweite Tochter hatte,geriet der Hormonhaushalt total durcheinander.Wochenlange Blutungen führten zu Eisenmangel.Ich bekam Fressattacken und tierische Lust auf Süßkram.Ständig war ich gereizt,müde und lustlos.Der Haussegen hing mehr als einmal schief und das einzige Licht am Ende des Tunnels war das der kleinen Kühlschranklampe,die immer so freundlich lächelte,wenn ich nachts haufenweise Lebensmittel konsumieren wollte.Ich wurde wieder dicker,bin es noch jetzt.Und nicht nur ich,sondern auch meine ältere Tochter hat mit ihrem Gewicht zu kämpfen.Ich erlebe mit ihr eine Reise in die Vergangenheit und frage mich,ob ich das wirklich möchte.Ich sehe ihre Unzufriedenheit,fühle die Unsicherheit.Eine liebe Freundin machte mich darauf aufmerksam,daß sich Kinder an den Eltern orientieren,daß meine Tochter mich als Vorbild sieht.Will ich weiterhin ein solch negatives Vorbild sein?Nein!!!Es muss sich was ändern.Jetzt.Gemeinsame,gesunde Mahlzeiten,ein bewegungsreiches Freizeitprogramm und für mich ab jetzt wieder Sport.Gute Vorsätze,die ich unbedingt umsetzen möchte.Aktuell bin ich auf der Suche nach dem richtigen Fitnessstudio.In der Nähe befinden sich FitnessFirst und Mrs.Sporty.Ich tendiere zu Mrs.Sporty und werde in den nächsten Tagen wohl einen Probetermin vereinbaren.Auch was das Essen angeht informiere ich mich,um für mich und meine Familie das Beste rauszuholen.Gesundheit & Wohlbefinden sind in unserer Zeit ein kostbares Gut und der Weg dorthin wird sicher nicht leicht,vielleicht sogar steinig und tränenreich,aber letztendlich wird uns allen der Schritt nach vorn guttun.Raus aus dem Trott und rein ins Leben.Habt ihr Erfahrungen mit diesem Thema gemacht?Schreibt mir eure Meinung und lasst mich wissen,wie es euch ergangen ist.Genießt das herrliche Wetter und lasst es euch gut gehen.Eure Yaz

Kommentare

  1. Bei mir ist es ähnlich wie bei dir damals, nur dass ich früher als Kind dünn war und immer gesagt wurde ,,Kind iss auf sonst Regnets morgen" Gesagt getan, dann mit ca. 8 Jahren find mein ,,Moppeldasein" an bis zum Ende der 9 Klasse, als dann ein trauriger Schicksalsschlag eintraf animierte mich dies total zum umdenken, ich machte von da an jeden Abend ca. 30 - 50 Min. Sport auf meinem Stepper zu Hause, so verlor ich in ca. 3 Monaten sage und schreibe 15 kg. Dann kam der wechsel auf eine neue Schule, bis dato hielt ich mein Gewicht, wohingegen ich die nächsten 2 Jahre diese 15 Kg wieder zunahm und aktuell dabei bin, diese mir wieder abzustrampeln. Ein Fitnessstudio habe ich auch schon und ich versuche so gut es geht ein Workout im Fitnessstudio zu machen und wenn es die Zeit zulässt auch noch eins zu Hause, und hoffe so mein Wunschgewicht wieder zu erreichen.

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  2. Sehr offener Artikel. Gefällt mir.
    Offen mit dem Thema umzugehen ist wichtig.
    Ich selber bin auch übergewichtig. Ernährung ist die Hauptursache.
    Neben meinem Beruf im Maschinenbau habe ich abends wenig Lust noch Sport zu treiben.
    Zumal ich kein Freund der Mannschaftssportarten bin, Fußball & Co doof finde. Bewegung hab ich auf der Arbeit genügend.
    Ich radle gern und auch mal viel, aber dann auch wieder gar nicht. Schönwetterradler Syndrom :)
    Sicher müsste ich mehr tun um auf die Idealwerte zu kommen, aber ich finde es viel wichtiger sich wohlzufühlen.
    Ich habe keine großartigen gesundheitlichen Probleme.
    Bei manch übergewichtigem ist es ähnlich und einige von diesen Probanden, die sich dann mühsam auf einen "gesellschaftlichen" Idealwert gekämpft haben, sind deshalb erst krank geworden.
    Deshalb strebe ich derzeit nicht krampfhaft ein Gewicht an, mit dem ich anderen gefalle.
    Ich selber fühle mich ok und Mitmenschen die nicht mit mir klar kommen, weil ich 20 Kilo Notreserve mit herumtrage, sind es auch nicht wert einen Platz in meinem Leben zu besetzen.
    Ich will Dir Dein Vorhaben aber nicht madig machen. Vor allem die Vorbildfunktion für Deine Tochter ist nicht zu unterschätzen.
    Das hast Du erkannt und ich drücke Dir die Daumen, dass Dein Vorhaben gelingt und Du gesund und munter bleibst ;)

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  3. das finde ich wirklich toll, daß du da jetzt an deine tochter denkst...
    ich stehe auch stramm im schuh, und mir fehlt im moment einfach die motivation, daran was zu ändern...

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  4. Liebe Yaz,
    ein wirklich offener Artikel, der mich dir ein wenig näher bringt. So etwas würde ich gern öfters hier lesen... ;)
    Zur Vorbildfunktion: Ich denke, dass es wichtig ist, Kindern ein gesundes und ausgewogenes Essverhalten vorzuleben. Was gesund ist und was du als ausgewogen erachtest, ist jedoch letztendlich deine Entscheidung. Da gibt es ja momentan mehr als hundert Meinungen.
    Was ich jedoch ganz wichtig finde: Gib deiner Tochter nicht mit auf den Weg, dass sie und ihr Körper falsch sind. Ihr Körper ist wunderbar, egal ob sie dick, dünn, groß oder klein ist. Was die Bewertung des Körpers mit dem Selbstbeuwßtsein macht, ist ja offensichtlich. Ich wünsche mir ganz fest, dass deine Tochter eine gesunde und selbstbewusste Mutter hat, die mit sich und ihrem Körper zufrieden ist, denn das ist wohl das beste Vorbild, was man sein kann. Egal ob mna 20 kg über dem "Normalgewicht" (was auch immer man darunter versteht) liegt oder drunter.
    LG emmi

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